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Erkennungsrate, Berechtigungslogik und Ereignisprotokoll ergeben sich aus der Konfiguration und funktionieren in beiden Varianten gleich.
Edge-ANPR und zentrale Auswertung im Vergleich
| Edge | Zentral | |
|---|---|---|
| Was über das Netz geht | Leseergebnis mit Vorschaubild und Kennzeichenausschnitt | Videostream |
| Benötigte Verbindung zum Tor | minimal | stabil, mit ausreichender Bandbreite |
| Latenz | am geringsten, das Leseergebnis entsteht am Tor | abhängig vom Netz |
| Verhalten bei Verbindungsausfall | das Gerät arbeitet weiter und puffert | keine Leseergebnisse |
| Hardware am Tor | Recheneinheit im Schaltschrank | nur die Kamera |
| Updates | auf jedem Gerät einzeln | an einer Stelle |
| Anschaffungskosten | höher, weil Geräte hinzukommen | niedriger |
Wann Edge-ANPR die bessere Wahl ist
Die Erkennung am Tor lohnt sich vor allem dort, wo die Verbindung schwach ist. Ein Tor am Ende des Geländes, das per Richtfunk oder LTE angebunden ist, überträgt einen Videostream nur mit Mühe, ein Leseergebnis mit Vorschaubild dagegen problemlos. Der zweite Grund ist der Betrieb bei Netzausfall: Das Edge-Gerät erkennt weiter Kennzeichen und puffert die Ereignisse, die nach der Wiederherstellung der Verbindung an den Server gehen.
Bei vielen verteilten Toren zählt außerdem das Werksnetz, denn die Videostreams von zehn Punkten zusammen belasten es oft stärker, als man erwartet. Bleibt noch die Latenz: Der Unterschied liegt im Bereich von Sekundenbruchteilen, an der Schranke ist er aber mitunter spürbar.
Wann die zentrale Auswertung genügt
Die Auswertung auf dem Server genügt, wenn der Standort ein oder zwei Tore in der Nähe des Serverraums hat. Das Werksnetz überträgt das Bild dann ohne spürbare Last, und die Wartung ist einfacher, weil nur eine Stelle aktualisiert wird und weniger Hardware im Gelände steht. Edge-Geräte müssen nicht gekauft werden, was die Anschaffungskosten senkt. Hardware wird immer getrennt von der Lizenz kalkuliert; den Lizenzbetrag zeigt der Preiskonfigurator.
Bei einem oder zwei Toren mit gutem Netzanschluss bleibt der Vorteil der Edge-Lösung also theoretisch. Er macht sich ab mehreren Toren bemerkbar und überall dort, wo die Verbindung zum Tor schwach ist.
Was die Wahl der Variante nicht ändert
Wo das Kennzeichen erkannt wird, hat keinen Einfluss auf die Erkennungsrate. Über sie entscheiden Kameraposition, Beleuchtung und der Zustand des Kennzeichens. Auch die Berechtigungslogik bleibt gleich: Ob das Tor öffnet, entscheiden Regeln, unabhängig davon, wo die Nummer erkannt wurde.
Die ANPR-Variante bestimmt auch nicht, ob die Daten in der Cloud liegen. Das ist eine eigene Entscheidung, die den Standort des Anwendungsservers betrifft. Die Edge-Lösung arbeitet sowohl mit einem Server in Ihrer eigenen Infrastruktur als auch mit einer Cloud-Instanz zusammen.
Was mit „Cloud-ANPR“ gemeint sein kann
Hinter dem Begriff „Cloud-ANPR“ stecken zwei verschiedene Dinge. Manchmal ist die Auswertung auf einem Server in Ihrem eigenen Serverraum gemeint, also lokal. Manchmal der Versand des Bildes an einen externen Erkennungsdienst, was ganz andere Folgen für die Daten und für die Verbindung hat. Beim Vergleich von Angeboten sollten Sie deshalb fragen, wohin das Kamerabild physisch gelangt und wer darauf Zugriff hat.
Edge-ANPR und zentrale Auswertung in TraxSystem
TraxSystem unterstützt beide Varianten. Die zentrale Auswertung arbeitet mit RTSP-Streams von IP-Kameras im Arbeitsspeicher, ohne Daueraufzeichnung. Die Edge-Variante ist das Gerät Trax7Edge am Tor: Es erkennt das Kennzeichen lokal, schickt das fertige Leseergebnis an den Server und aktualisiert sich per Fernupdate, sodass eine neue Version keinen Einsatz vor Ort am Tor erfordert. In beiden Varianten wird dem Aufenthalt ein Fahrzeugfoto zugeordnet, aber keine der beiden zeichnet das Bild durchgehend auf, und keine erkennt Gesichter.
Die Kennzeichenerkennung gehört zum Basispaket des Systems und ist kein separat berechnetes Modul. Edge-Geräte sind Hardware und werden gesondert kalkuliert.
Fragen und Antworten
Lassen sich beide Varianten an einem Standort kombinieren?
Ja. Ein entferntes Tor kann mit einem Edge-Gerät arbeiten und das Tor neben dem Serverraum mit zentraler Auswertung. Die Ereignisse beider Tore landen im selben Protokoll.
Was passiert mit den Ereignissen des Edge-Geräts, wenn die Verbindung abreißt?
Das Gerät puffert sie lokal und schickt sie an den Server, sobald die Verbindung wieder steht.
Öffnet das Edge-Gerät die Schranke selbst, wenn der Server nicht erreichbar ist?
Das hängt von der Konfiguration des Standorts ab und davon, wie das Notfallverhalten ausgelegt wurde. Was geschehen soll, wenn der Server fehlt, wird in der Analyse vor der Einführung festgelegt, denn das System hat für diese Situation keine Standardeinstellung.
Siehe auch: Was ist ANPR? Automatische Kennzeichenerkennung erklärt · Eigener Server oder Cloud: die richtige Wahl für die Zufahrtskontrolle · Müssen bei der Einführung Schranken und Kameras ersetzt werden?