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Zweistufige Verwiegung: Warengewicht ohne Rechnen von Hand

Veröffentlicht am 15. August 2026 · aktualisiert am 25. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit

Auf dieser Seite (5)
  1. Wo bei der zweistufigen Verwiegung Fehler entstehen
  2. Automatische zweistufige Verwiegung in TraxSystem
  3. Wann eine einstufige Verwiegung genügt
  4. Was TraxSystem bei der Verwiegung nicht leistet
  5. Fragen und Antworten

Bei der zweistufigen Verwiegung wird das Fahrzeug zweimal gewogen, bei der Einfahrt und bei der Ausfahrt, und das Warengewicht ist die Differenz der beiden Wägungen. Bei einer Anlieferung fährt das Fahrzeug voll ein und leer aus, bei einer Abholung umgekehrt, und in beiden Fällen berechnet das System das Nettogewicht, also das Gewicht der Ladung allein, selbst. Die Rechnung ist einfach, sofern beide Wägungen automatisch miteinander verknüpft sind, und aus dem Fehlen dieser Verknüpfung entstehen die meisten Wiegefehler. In TraxSystem gehören beide Wägungen zur selben Einfahrt, sodass niemand auf einem Zettel subtrahiert oder sich merken muss, wie viel das Fahrzeug drei Stunden zuvor gewogen hat.

Wo bei der zweistufigen Verwiegung Fehler entstehen

Zweistufige Verwiegung mit erstem und zweitem Gewicht und berechnetem Warengewicht
Zweistufige Verwiegung mit erstem und zweitem Gewicht und berechnetem Warengewicht

Die Waage selbst misst korrekt, die Fehler entstehen zwischen den Wägungen.

Die Verknüpfung geht verloren, wenn die erste Wägung in ein Heft eingetragen wird, die zweite drei Stunden später kommt und in der Zwischenzeit der Bediener wechselt. Welche Einfahrt zu welcher Ausfahrt gehört, entscheidet dann das Gedächtnis.

Das vom Wägeterminal abgelesene Gewicht wird zudem mitunter von Hand in den Wiegeschein übertragen. Eine Ziffer weniger genügt, und der Wiegeschein ist falsch; die Abweichung fällt erst beim Empfänger auf.

Am wichtigsten und am häufigsten übersehen ist ein Fahrzeug, das anders ausfährt, als es eingefahren ist: mit einem anderen Auflieger, mit Ladung, die an einer anderen Stelle des Geländes zugeladen wurde, nach dem Tanken. Die Differenz beschreibt dann nicht mehr das Warengewicht, und niemand bemerkt es, weil das System mechanisch subtrahiert. Die zweistufige Verwiegung setzt voraus, dass sich zwischen den Wägungen ausschließlich die Ladung geändert hat, und wenn diese Annahme nicht mehr zutrifft, ist das Ergebnis formal korrekt und inhaltlich falsch.

Automatische zweistufige Verwiegung in TraxSystem

In TraxSystem läuft die zweistufige Verwiegung in vier Schritten ab:

  1. Bei der Einfahrt hält das Fahrzeug auf der Waage, und das System liest das Gewicht direkt vom Wägeterminal und verknüpft es mit der Zufahrtserfassung, also mit einem bestimmten Fahrzeug, einem Fahrer und einem Frachtbrief.
  2. Während des Aufenthalts wird beladen oder entladen, und der Datensatz bleibt offen.
  3. Bei der Ausfahrt landet die zweite Wägung im selben Datensatz, und das Nettogewicht ergibt sich aus der Differenz.
  4. Der Wiegeschein entsteht automatisch, mit beiden Gewichten, Uhrzeiten und Fahrzeugdaten.

Beide Wägungen gehören zur selben Einfahrt, sodass niemand zwei unabhängige Wägeereignisse einander zuordnen muss.

Die zweistufige Verwiegung gehört zum Modul Verwiegung, zusammen mit der automatischen und der manuellen Verwiegung und dem Wiegeschein, und alle nutzen das Zufahrtsprotokoll. Das Modul wird nach der Zahl der Waagen berechnet, und das Limit wächst mit der Größe des Basispakets. Was das Modul bei Ihrem Basispaket kostet, berechnet der Preiskonfigurator.

Wann eine einstufige Verwiegung genügt

Eine einstufige Verwiegung genügt, wenn die Tara, also das Leergewicht des Fahrzeugs, bekannt und konstant ist. Das Fahrzeug wird dann einmal gewogen, und die Tara wird abgezogen. Diese Methode ist schneller und weniger genau, denn die Tara aus der Zulassungsbescheinigung berücksichtigt weder Kraftstoff noch Fahrer noch Ausrüstung, und die Differenz kann mehrere hundert Kilogramm erreichen.

TraxSystem unterstützt beide Modi und dazu die manuelle Eingabe für den Fall, dass das Wägeterminal nicht verfügbar ist.

Was TraxSystem bei der Verwiegung nicht leistet

TraxSystem ersetzt nicht die Eichung der Waage. Die Waage muss nach dem Eichrecht geeicht sein, unabhängig davon, welche Software sie bedient. Das System liest die Anzeige des Wägeterminals aus und dokumentiert sie, ist selbst aber kein Messgerät.

Es erkennt auch nicht, dass ein Fahrzeug in einem anderen technischen Zustand ausgefahren ist, als es eingefahren ist. Es berechnet die Differenz zwischen zwei Wägungen, und die Interpretation dieser Differenz liegt beim Bediener.

Es führt keine Lagerwirtschaft: Es speichert Gewicht und Wiegeschein, aktualisiert aber keine Lagerbestände und ersetzt kein WMS.

Fragen und Antworten

Arbeitet das System mit unserem Wägeterminal zusammen?

Das hängt vom Modell des Wägeterminals ab. Den Umfang der Zusammenarbeit klärt die Analyse vor der Einführung, deshalb nennen Sie das Modell am besten schon im ersten Gespräch.

Lässt sich die Verwiegung mit Schranke und LED-Anzeigetafel kombinieren?

Ja, die Gerätesteuerung gehört zum Basispaket. In einer typischen Anordnung öffnet sich die Schranke erst nach einer korrekten Wägung.

Was ist, wenn der Fahrer vor dem Ablesen von der Waage fährt?

Der Datensatz bleibt offen, ohne zweite Wägung, und erscheint im System als unvollständige Wägung. Das System berechnet kein Ergebnis aus unvollständigen Daten.


Siehe auch: Wiegeschein: Was er enthalten muss und wie er automatisch entsteht · Standzeiten von Fahrzeugen auf dem Gelände kontrollieren

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